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Willi Rogler wird „80“: Ein Leben für den Kanusport

(Foto: Neuburger Rundschau)

 

 Ehrenamtliches Engagement in seinem Verein DRC Neuburg

Ab 1959                  aktiver Kanusportler
(mehrfacher Süddeutschen Vizemeister und 4. Deutscher Meister)
bis heute im Kanu-Freizeitsport aktiv

                                   Trainer

                                   Pressewart

                                   Sportwart

                                   Kassier

1986 - 1994            1. Vorsitzender des DRC Neuburg

2004 - 2007            2. Vorsitzender des DRC Neuburg

 

Ehrenamtliches Engagement im Bayerischen Kanu-Verband

1970                         Lizenz als nationaler Kampfrichter

1987                         Lizenz als internationaler Kampfrichter

1973 (bis ???)       Vorsitzender in der Spruch- und Schlichtungskammer

1989 - 1993           Vizepräsident Organisation

1993 - 2009           Präsident

2009 – dato           Ehrenpräsident

 

Ehrenamtliches Engagement im Deutschen Kanu-Verband

1993 – 2009          Mitglied im Verbandsausschuss

 

Ehrenamtliches Engagement im Bayerischen Landes-Sportverband

1993 - dato        stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat

???                        Mitglied im Ausschuss Sport und Umwelt

 

Höchste Ehrungen (Auszug)

1996      Ehrenamtsmedaille für besondere Verdienste um den Sport in Bayern

2003      Silbernes Lorbeerblatt der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG)

2008      Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

2008      Olympische ICF-Goldmedaille (höchste Auszeichnung der Internationalen Kanu Föderation ICF)

2019      Ehrenring des Bayerischen Kanu-Verbandes
(der Ehrenring ist die höchste Auszeichnung des BKV und wurde in der fast 100-jährigen Geschichte des Bayerischen Kanu-Verbandes bis dahin nur 4 x vergeben)

 

Besondere Verdienste:

So „volksnah“ wie Rogler war wohl noch kein Präsident vor ihm. Rogler führte den Bayerischen Kanu.-Verband stets zielgerichtet, mit ganzen Herzen und vor allem mit großem Sachverstand, aber auch mit unglaublich viel Fleiß und Elan. Sogar bei den Tagungen aller Ressorts im BKV war er vertreten und konnte auch dort mit großer Kompetenz mitreden, dirigieren und überzeugen.

„Nicht von oben herab dirigieren, sondern immer mit der direkten Verbindung zur Basis“, lautete seine Devise. Es gelang ihm damit, aus den „Herren Geheimräten“, wie das Präsidium zu Beginn seiner Amtszeit noch genannt wurde, einen lebendigen Verband zu gestalten, mit dem sich jeder Kanusportler identifizierte. Nicht nur, weil Rogler im Kanusport groß geworden war und viele der Vereinsfunktionäre noch aus seiner aktiven Zeit kannte. Es bereitete keinem noch so kleinen Funktionär oder Kanusportler Probleme, seine eigenen Nöte mit seinem „Sportkameraden Willi“ persönlich zu besprechen. Nicht die Konfrontation, sondern Ruhe und Gelassenheit, Geselligkeit und Einfühlungsvermögen hielten das Verbandsschiff in ruhigem Fahrwasser.

Willi Rogler war schon immer ein Teamplayer. Er drängte sich nie in den Vordergrund, sondern verstand es, Kompetenzen in sein Team zu holen und mit seiner „Mannschaft“ auf Augenhöhe zielgerichtet und zukunftsweisend zu arbeiten. Die von ihm geschlossenen Allianzen für den deutschen Kanusport wurden schließlich als „Gruppe Süd“ („eigentlich gibt es so etwas gar nicht“) bezeichnet und vereinten 70 Prozent der Stimmen im Deutschen Kanu-Verband (DKV). Bis heute genießt er unglaubliches Vertrauen – bei den Mitgliedern der BKV-Vereine, bei den Präsidiumsmitgliedern im DKV und auch im BLSV.

„Alleine kann man nichts bewirken!“, lautet Roglers Credo. „Während meinen 16 Jahren an der Spitze des BKV hatte ich stets eine tolle Truppe um mich herum.“ Welch hervorragende Arbeit er mit seinem Team in dieser Zeit geleistet hat, zeigt sich darin, dass Bayern – nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen – die meisten Mitglieder im Deutschen Kanu-Verband aufweist.

An Präsident Rogler führte kein Weg vorbei – er drückte sich auch nicht vor unangenehmen Entscheidungen. Im Gegenteil: Stets war er mit ganzem Herzen und Sachverstand bei der Sache – und persönlich anwesend und sich kompetent Gehör verschaffend, wenn um es um essenzielle Angelegenheiten des Kanusports ging, wie z. B. bei den Verhandlungen um die Befahrbarkeit der Ammer.

Roglers umfangreiches Wissen rund um den gesamten Kanusport sucht seinesgleichen. Kompetent vertrat er den Bayerischen Kanu-Verband bei der Strategiekommission im DKV und bei zahlreichen sportpolitischen Gesprächen im bayerischen Staatsministerium. Rogler stand immer an der Front, repräsentierte den Verband aber ebenso perfekt auf dem sport-gesellschaftlichen Parkett.

Zu den Höhepunkten unter seiner Präsidentschaft zählt zweifellos die Verleihung des Umweltpreises des Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen im Jahr 1995 an den Bayerischen Kanu-Verband.

 

Das Organisationstalent

In ungezählten Gremien arbeitete der Neuburger aktiv mit, bei Festen und der Ausrichtung von Regatten in seinem Verein, bei zahlreichen Verbandstagen (Bayerischer und Deutscher Kanu-Verband), dem großen Jubiläum „75 Jahre Bayerischer Kanu-Verband“, aber auch bei der Organisation von nationalen und internationalen Meisterschaften, z. B.

  • 1998 + 2004 Weltmeisterschaften im Wildwasserrennsport in Garmisch-Partenkirchen
  • Mehrer Deutsche Meisterschaften im Wildwasserrennsport in Lofer/Österreich
  • 2003 Weltmeisterschaft im Kanuslalom in Augsburg
  • jährliche Weltcups im Kanuslalom in Augsburg
  • Welt- (2011) und Europameisterschaften Kanu-Freestyle in Plattling

Dabei war er sich nie auch für keine Aufgaben zu schade. Im bayerischen „Team Lofer“ (dieses relativ kleine Team organisiert alljährlich nationale und internationale Rennen bis hin zu Junioren-Weltmeisterschaften auf der Saalach im österreichischen Lofer) laufen seit über 30 Jahren alle Fäden bei Willi Rogler zusammen. Ganz „nebenbei“ grillt und verkauft er hier aber auch ganz volksnah einmal Würstchen, wenn Not am Mann ist.

Bei fast allen Meisterschaften im Bayerischen Kanu-Verband zählen die Organisation der Siegerehrungen und das Überreichen von Medaillen zu seinen eher „offiziellen“ Aufgaben, daneben aber wirkt er mit großer Empathie immer noch im Hintergrund als Zeremonienmeister, ohne den nichts geht.

Bis heute, in seinem 80. Lebensjahr, ist Willi Rogler als Vertreter des BKV-Präsidiums immer da, wenn er gebraucht wird. Und er wird noch sehr oft gebraucht – nicht nur als Berater im Hintergrund.

 

Gez. Klaus Junker
Vizepräsident Leistungssport im Bayerischen Kanu Verband