Rennsport-Berichte
Simon Schneider paddelt für Deutschland
DRCN Kanute im Marathonteam des Deutschen Kanu Verbands
Neuburg/Ostroda (ms).
Mit 27 Sportlern war der DKV bei der Kanumarathon Europameisterschaft in Ostroda (Polen) vertreten. Das junge deutsche Team ging vor allem in der Juniorenklasse und der neu eingeführten U 23 Altersklasse an den Start. 350 Aktive kämpften in 18 verschiedenen Wettbewerben um Medaillen im Kajak und Kanadier. Simon Schneider vom Donau-Ruder-Club Neuburg schaffte die Qualifikation zu diesem internationalen Großereignis und durfte sich im K2 mit Mathias Cesarek vom MTV München mit 19 weiteren Nationen messen.
Durch ihre Lage am Drweckie See ist Ostroda idealer Austragungsort für Kanu-Wettkämpfe. Die polnischen Gastgeber hatten sich mit einer großen Zuschauertribüne und Telebeamer am Strand mächtig ins Zeug gelegt. Die Eröffnungsfeier mit Gala und anschließendem Feuerwerk vor herrlicher Naturkulisse beeindruckte Gäste und Aktive.
Im Kanumarathon, der Langstreckendisziplin des Kanu-Rennsports, werden die Rennen auf natürlichem Gewässer gestartet. Besonderheit sind die Umtragestellen, so genannte Portagen, bei denen die Boote oft mehrere 100 Meter über Land getragen werden müssen. Der Übergang von der Paddel- zur Laufstrecke ist für die Zuschauer besonders interessant.
Simon Schneider und Mathias Cesarek bestritten den Kajak Zweier der Herren Junioren über die Distanz von 21,7 Kilometer für Deutschland. Der Massenstart zu den anstehenden fünf Runden mit insgesamt vier Portagen verlief gut. Schneider/Cesarek kämpften sich ins vordere Mittelfeld. An der ersten Umtragestelle fuhr das italienische Team dem Deutschland Zweier ins Boot und beide Mannschaften verloren viel Zeit. Danach hieß die Devise: das Feld von hinten aufrollen und Plätze gutmachen. Beim Zieleinlauf erschien der elfte Platz für die EM Neulinge aus Bayern auf der Anzeigentafel.
Mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden zog Simon Schneider trotzdem ein positives Fazit: „Es war einfach ein tolles Erlebnis mit den Nationalteamklamotten durch Ostroda zu gehen und von den Leuten angesprochen zu werden.“ Auch von den Aktiven aus Spanien und Portugal zeigte er sich beeindruckt: „Das ist der Hammer, wie die abgehen, die fahren in einer anderen Liga.“
Für Simon Schneider steht jetzt erst einmal der hoch verdiente Urlaub auf dem Programm. Ab September heißt es dann wieder tägliches Training auf der Olympiaregattastrecke in Oberschleißheim, um sich für die nächste Saison vorzubereiten.

