Donau-Ruder-Club Neuburg
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Rennsport-Berichte

Deutsche Meisterschaft in Rheine

Platz vier für Simon Schneider beim Kanu-Marathon


von links: Simon Schneider (DRC Neuburg) und Mathias Cesarek (MTV München)


Neuburg/Rheine (ms).
Perfekte Streckenbedingungen und Kaiserwetter waren die idealen Voraussetzungen für spannende Wettkämpfe bei den Deutschen Meisterschaften im Kanu-Marathon im westfälischen Rheine an der Ems. Die Veranstalter verzeichneten in diesem Jahr ein Meldeergebnis von 314 Teilnehmern aus 62 Vereinen. Simon Schneider vom DRC Neuburg ging zum dritten Mal seit 2007 im Kajak Zweier in dieser Ausdauerdisziplin an den Start. Mit einem guten vierten Platz schrammte der Juniorenfahrer knapp an einem Weltcup-Platz und somit an der Qualifikation zur Europa- und Weltmeisterschaft vorbei.

Kanu-Marathon ist eine Ausdauersportart in Vollendung. Ein Kampf von Mensch, Boot und Paddel gegen die Zeit. Man muss seine Kräftereserven intelligent haushaltend über 21,3 Kilometer und drei Portagen (Umtragestellen mit ca. 150 Meter) einteilen. Zudem muss man über die körperlichen Strapazen hinaus taktische Entscheidungen treffen. Gerade auf den Langstreckendistanzen werden viele Rennen im Kopf entschieden.

Simon Schneider wohnt aufgrund seiner beruflichen Ausbildung seit September letzten Jahres direkt an der Olympiaregattastrecke für Kanu und Rudern in Oberschleißheim. Dort steht ihm neben den idealen Trainingsbedingungen für die Wasserarbeit sowie das Krafttraining auch ein Honorartrainer des Bayerischen Kanu-Verbands zur Verfügung.

Bestens vorbereitet und hoch motiviert machten sich Schneider und sein Zweierpartner Mathias Cesarek (MTV München) auf den Weg nach Rheine. Sie galten als Mitfavoriten und hatten berechtigte Hoffnungen auf einen Weltcup-Platz. Eine gute Startauslosung (Außenbahn) versprach ihnen von Kollisionen im Startbereich verschont zu bleiben. Die Startphase im 25 Boote umfassenden Rennen gelang den Bayern vorzüglich. Sie lagen auch nach der ersten Wende auf einem viel versprechenden dritten Platz und hatten die Qualifikation zur EM und WM bereits vor Augen. Die zweite Wende erwischten Schneider/Cesarek nicht optimal und wurden auf der wenig Wasser führenden Ems ans Ufer gedrängt. Unglücklicherweise schrammte die Steuerflosse des Kajaks über einen Stein und verbog sich, wodurch das Steuern nur noch mit Hilfe des Paddels und erhöhtem Kraft- und Zeitaufwand möglich war. Nach der ersten Portage verpassten die Athleten im Eifer des Gefechts die Möglichkeit das Steuer geradezubiegen. Sie wurden daraufhin von zwei gegnerischen Booten überholt. An der zweiten Umtragestelle nutzten Schneider/Cesarek endlich die Chance und reparierten den Steuerschaden. Nun galt es den Zeitverlust wieder aufzuholen. Mit einem beherzten Endkampf sicherte sich das Bayernteam den „undankbaren“ vierten Platz in 1:25:42.31 Stunden. Es siegten Fröhlich/Greiling vom CC Emsdetten in 1:21:29.57, vor Wölke/Wölke (KC Friedrichsfeld) 1:22:54.00 und Maslanka/Zöllner (Mühlheimer KV) 1:23:56.73.

Auch nach mehrstündigem Abstand resümierte Simon Schneider vom DRCN immer noch enttäuscht und kritisch: “Wir sind total unzufrieden, aber so was passiert beim Marathon. Glück und Pech liegen nah beisammen“.