Berichte DRCN
Mitgliederversammlung 2009
Ruderclub will Campingplatz renovieren
von Manfred Reichl
Neuburg
Nein, von Nervosität war bei Rüdiger Graf nichts zu spüren. Wie ein Routinier, der schon seit Jahren im Geschäft ist, brachte er seine erste Mitgliederversammlung als Vorsitzender des Donau-Ruder-Clubs Neuburg in gerade mal 90 Minuten hinter sich. Dabei hatte er bei seiner Wahl vor einem Jahr noch befürchtet, dass die Fußstapfen, die sein Vorgänger Hans Sandner hinterlassen hatte, für ihn viel zu groß sein könnten.
Mitnichten, wie sich am vergangenen Freitag herausstellte. Dabei hatten Rüdiger Graf und sein Team im Geschäftsjahr 2008 alles andere als eine ruhige Zeit. Da war zunächst der Ärger mit den Pächtern des Clubheimes, mit deren Arbeit der Verein alles andere als zufrieden war. Letztlich blieb nur noch die einvernehmliche Trennung als Lösung, wie Rüdiger Graf deutlich machte. Mittlerweile ist gastronomisch wieder alles im Lot. "Mit Lucia Li Vigni und Uwe Burprich, die zugleich als Hausmeisterpaar fungieren, haben wir hervorragende Nachfolger gefunden", so der Vereinschef.

Der Club plant, ein 84 Quadratmeter großes Grundstück im Bereich des Clubheimes zu kaufen. Mittlerweile sind die diesbezüglichen Verhandlungen mit EON als Besitzer der Fläche soweit gediehen, dass vermutlich schon in kurzer Zeit eine Vertragsunterzeichnung erfolgen kann. Damit der Verein weiterhin die Gemeinnützigkeit behält, muss nun auch die bereits modellierte Vereinssatzung geändert werden.
Nachdem bei den Wahlen vor einem Jahr der Posten des Sportleiters nicht besetzt werden konnte, kümmern sich mit Sebastian Getz und Simon Schneider mittlerweile sogar zwei Experten um diesen Bereich. Alljährlich steigende Mitgliederzahlen verdeutlichen, dass das sportliche Angebot des Clubs gut angenommen wird. Von den derzeit 452 Mitgliedern sind 86 dem Kinder- und Jugendbereich zuzuordnen.
Verein möchte sich vergrößern und ein Grundstück kaufen
Auch finanziell ist bei den Ruderern alles im Lot, wie dem Kassenbericht von Stefan Langen zu entnehmen war. Großes Lob gab’s in diesem Zusammenhang für die Gönner und Sponsoren sowie für die Stadt und den Landkreis ob deren finanziellen Zuschüssen. Sparen sei dennoch auch in Zukunft angesagt, warnte der Schatzmeister vor unüberlegten Ausgaben. Allerdings kommt der Verein nicht umhin, aufgrund der ständig steigenden Energiekosten (mittlerweile 12 000 Euro pro Jahr), das Bootshaus zu isolieren. Noch in diesem Jahr soll auch die dringend notwendige Renovierung des Campingbereiches in Angriff genommen werden. Der Zeitpunkt ist allerdings abhängig von den zu erwartenden Zuschüssen.
Mit Zufriedenheit nahmen die Anwesenden die einzelnen Berichte der Fachwarte entgegen. Hervorragend Platzierungen der Kanuten auf süddeutscher, bayerischer und deutscher Ebene, ein weiterer Aufwind im Polobereich sowie gut angenommene Wildwasser- und Wanderfahrten sind das Ergebnis. Auch gesellschaftlich kann der Verein nicht klagen, wenngleich so manche Veranstaltung noch etwas besser frequentiert sein könnte, wie den Ausführungen des Vergnügungswartes zu entnehmen war.
Ehrungen: Dass der Ruderclub auch von seinen treuen Mitgliedern lebt, verdeutlichten Urkunden und Verdienstabzeichen die Rüdiger Graf für langjährige Vereinszugehörigkeit aushändigte. Allen voran steht da Heinrich Leinfelder, der sage und schreibe auf eine 60-jährige Mitgliedschaft verweisen kann. Aufgrund seines jahrzehntelangen, ehrenamtlichen Engagements wurde ihm zudem die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Diesen Status genießt mit der Überreichung der Urkunde nun auch Hans Sandner, der immerhin acht Jahre das Ruder als Vorsitzender in der Hand hatte. Geehrt wurden für 50-jährige Zugehörigkeit Willibald Guppenberger, für 40 Jahre Wolfgang Ammerer, Klaus Lang, Franz Thaler, Annemarie Rucker und für 25 Jahre Michael Bergbauer, Alex Fleischer, Ina Bergbauer-Zagl und Andreas Hautmann.

